TUMBRINK

Die Methode

ALIVE

Actual Light In Virtual Environments

Virtual Production heißt normalerweise: eine LED-Wand, die einen Ort vortäuscht. ALIVE dreht es um: Der Ort existiert — als Miniatur — und sein echtes Licht wird durch jeden Schritt bis auf das Gesicht des Schauspielers getragen. Soweit ich es beurteilen kann, macht das sonst niemand.

01

Das Set bauen

Ein physisches Miniatur-Set entsteht von Hand — Hüllenplatten, Oberflächendetails, Weathering. Echtes Material, echte Geometrie, echte Unvollkommenheit. Genau das, was Kameras lieben und CGI nur vortäuscht.

Styrol · Resin · AluminiumMaßstabsgetreu, kamerafertig
02

Beleuchten — in Zuständen

Das Set trägt seine eigene LED-Beleuchtung, einzeln adressierbar. Erfasst wird es in mehreren diskreten Lichtzuständen: nur Key, nur Fill, nur Practicals, nur Triebwerksglühen. Jeder Zustand ist eine Ebene einer Lichtpalette.

TLC5947-Treiber · ESP32N diskrete Lichtzustände
03

Mit Motion Control scannen

Das 8-Achsen-Rig fliegt wiederholbare Bahnen um das Set und fotografiert es aus jedem Winkel — einmal pro Lichtzustand. Gleiche Bahn, jeder Durchgang, exakt auf den Schritt.

8-Achsen-Rig · wiederholbare BahnenVolle Winkelabdeckung
04

Als Splats rekonstruieren

Aus den Aufnahmen werden per Gaussian Splatting fotorealistische 3D-Szenen. Kein CG-Modell, das die Miniatur imitiert — eine volumetrische Fotografie von ihr. Ein Splat pro Lichtzustand.

Gaussian SplattingFotoreal, pro Zustand schaltbar
05

Compositen — mit synchronem Licht

Die Schauspieler werden vor Greenscreen gedreht. Der entscheidende Zug: Die Bühnenlichter sind physisch mit den LED-Zuständen synchronisiert, die im Splat stecken. Das Licht auf dem Schauspieler ist dasselbe Licht, das das Modell beleuchtet hat. Vorder- und Hintergrund passen zusammen, weil sie nie getrennt waren.

Synchronisierte Bühnen-LEDsComposite in Nuke / Resolve

Warum das zählt

Das härteste Problem im Compositing ist es, Licht zu matchen. ALIVE matcht es nicht — es verwendet es wieder.

In Entwicklung zu sehen: KORETH